Anteil der Ausländer an der Bevölkerung Karlsruhes

Früher: "An der Gründung Karlsruhes beteiligten sich Menschen aus Frankreich, Polen, Italien, der Schweiz und den vielen Ländern des damals noch zersplitterten Deutschlands. Der erste Bürgermeister der Stadt, Johann Sembach, stammte aus Straßburg."  *  

Dass es nicht immer ohne Konflikt abging, zeigt der Karlsruher Ausdruck "Brigande-Deutsch". "Das italienische Wort scheint vom Verb brigare "sich streiten, sich schlagen" zu kommen und bezeichnet einen Räuber oder Partisanen, je nach politischem Standpunkt des Sprechers. Im romanischen Sprachraum (frz. brigants) wird es heute als Synonym für 'Streuner', 'Obdachloser' oder 'Bettler' benutzt, im Englischen (brigand) ist es ein Straßenräuber. Die beste karlsruherische Definition ist wohl "en Hergloffener".    

Die ersten häuserbauenden deutschen Ansiedler nannten die Gastarbeiter "Brigantis", bis sich der Spott gegen sie kehrte und aus allen Karlsruhern "Brigande" wurden. Dieses kalabresische Erbe ist das einzige Relikt einer in Karlsruhe gesprochenen Fremdsprache, des Italienischen, das Eingang in die werdende Mundart fand. " ** 

Das Bild rechts (Salvator Rosa: Briganti) zeigt, wie man sich früher Briganten vorstellte. Die bunt gekleideten Fremden, ihre anderen Sitten und  ihre freie  Lebensweise faszinierten die Deutschen, machten aber auch Angst.. Der junge Mann in der Mitte gehört sichtlich einem anderen Milieu an, malt aber begeistert  ein Porträt vom Anführer der Bande....

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Nicht freiwillig kamen die "Beutetürken". Die süddeutschen Fürsten (besonders die Badener) kämpften im Balkan an der Türkengrenze und schickten hunderte ausgewählte Gefangene nach Haus. "Hatten die Osmanen schon die Kinder der eroberten Gebiete verschleppt und umerzogen zu den Janitscharen, so deportierten die höheren Ränge der Militärs der Siegermächte nun ihrerseits die kräftigsten „Beutetürken“ und schönsten „Beutetürkinnen“ als Kriegsgefangene in die einzelnen Residenzen vor allem in Süddeutschland. In Stuttgart, Heidelberg und München fanden sich Hunderte osmanische Kriegsgefangene als Hoflakaien. Aber auch weiter nördlich wie in Hannover und Berlin findet man ihre Spuren. Neben anderen Beutestücken war es bei den heimkehrenden „Türkenstreitern“ üblich, Menschen als lebendige Beute und Trophäe zu versklaven, vielfach zu dem Zweck, sie nach der Rückkehr einem Patron oder Herren zu schenken oder zu verkaufen, um sich einen sozialen Vorteil zu verschaffen. In den Kreisen der Fürsten und des höheren Adels war es zu jener Zeit ein wichtiges Prestigemerkmal, den eigenen Hofstaat mit exotisch gekleideten jungen Türken zu schmücken. Diese führten als Lakaien und Zofen ein relativ angenehmes Leben." (z.B. als "Kammertürke" - der persönliche Diener des Fürsten) und stiegen z.T. in hohe Positionen (Stadthauptmann, Landvogt) bis zum Adel auf. Sie erhielten Sprachunterricht und wurden meist dazu gedrängt, die Taufe anzunehmen. Da sie mit der Taufe auch neue Namen erhielten, ist von diesen Zuwanderern keine Spur mehr erhalten.   z.B. wurde aus Fatma Kariman die Gräfin Castell.


Heute: "Die wichtigsten Herkunftsländer sind die Türkei (6087), Italien (4214), Kroatien (2262), Polen (1971), Serbien-Montenegro (1930), Russland (1633), Frankreich (1611), China (1268), Ukraine (1160), Bosnien-Herzegowina (1012) sowie Spanien (1008) und Griechenland (832). 15.571 Ausländer (37,8 %) sind Angehörige eines der 27 EU-Mitgliedstaaten. 18.885 und damit 45,9 % der 41.152 Ausländer in Karlsruhe leben seit mindestens acht Jahren in Karlsruhe; 3.372 sind in Karlsruhe geboren."*

wiki Geschichte Karlsruhes
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